Donnerstag, den 27.9.2018

Kemer Marina

Seit Sonntag Abend sind wir zurück auf unserer Villa. Nach einem kühlen Start bei nur 13 Grad in Düsseldorf empfing uns die Türkei um 20 Uhr, beim aussteigen aus dem Flieger, mit einer Backofentemperatur. Das Barometer an Bord zeigte stolze 38 Grad an. Ina hatte uns vom Flughafen abgeholt und wir waren erstmal beschāftigt mit auspacken, umpacken und einpacken. Alle Fenster waren geöffnet und so ging es erstmal zum Shakespeare ein kühles Efes trinken. Anschließend noch eine Runde zum Mondscheinstrand, ca. 400 m, wir genossen unseren ersten Raki bei Mondschein, Livemusik und guten Plānen für die nächsten 7 1/2 Wochen.
Wir waren angekommen.

Montag morgen wurden wir beim Frühstück mit einem freundlichen   " Gün aydin " von  der Crew des technischen Centers der Marina begrüsst. Ist doch herrlich nicht mehr jeden Morgen in den Dienst gehen zu müssen. Wir 2 befassten uns den Vormittag mit Dingen die erledigt werden müssen wenn man långere Zeit nicht an Bord war.
Gegen Mittag wurden wir herzlich von unserem Nachbarn Ševket begrüßt; er ist Arzt und hat eine Praxis in Gönuyk, einem Vorort von Kemer. Er verbringt seine Mittagspause meistens an Bord. Als ich nach der Frage, wie es uns geht sagte, es wäre alles in Ordnung, nur unsere türkische Gastlandsflagge wäre wohl abweht, hatten wir 2 Minuten später eine neue von Śevket geschenkt bekommen. Die 2 Månner hielten einen Plausch auf der Bank im Schatten; anschließend hatte ich eine riesengroße Tüte Obst und Fred die Zusage, bei der Beschaffung eines neuen Motors für unseren Kühlschranks behilflich zu sein. Unser Kühlschrank ist so alt wie unser Boot, Jahrgang 1992 und braucht ziemlich viel Strom. Wenn wir  vor Anker liegen und kein Wind ist setzt er oft aus. Abends gehen wir ins Baykalrestaurant auf einen frisch zubereiteten Hirtensalat und Pide mit Håhnchenfleisch, dazu ein Bier, anschliessend noch einen leckeren Chai vom Haus. Mit umgerechnet 11,50 Eu weniger im Portemonnaie, gehen wir zurück zur Villa.

Dienstag morgen um 9.30 Uhr steht das rote Auto von Ina vorm Boot.
Unser erster Weg führt zur Bank. Für 300 Eu bekomme ich über 2000 türkische Lira.
Als wir Ende Juni die Türkei verliessen stand er Kurs bei knapp 5 Türkische Lira, nun über 7. Anschließend gings zu Türkcel; für 3 Monate Inernet für meinen Wlanempfänger bezahle ich für 15 Gbyte 99 Tl, dass sind etwas mehr wie 13 EU. Damit kann ich auf Iphone und Ipad fast in jeder Bucht und küstennah auf dem Wasser Internet empfangen und habe somit immer eine gute Wettervorhersage.
Dann geht es noch zum Migros und Bim, türkische Supermärkte und zum neuen Baumarkt, Fred hat sich einen neuen Schrubber fürs Deck bestellt. So ist der Vormittag auch schon wieder vorbei. Mittags hole ich den Ventilator hervor und mache alle Luken dicht, doch wirklich helfen tut er nicht. Um 15 Uhr haben wir wieder 35 Grad im Boot. Also, wie war das noch.......
" Pack die Badehose ein....." , das tun wir auch. Ich tauche ab in das 28 Grad warme, blaue Nass. Fred macht es sich auf einer Liege auf der Badeplattform bequem und liest. Kaum vorstellbar, er ist nicht ins Wasser zu kriegen.

 

Mittwoch macht Fred unsere Fahrräder klar und wir radeln zum Baumarkt. Im Juni hatten wir einen Kabelbruch. Fred radelt mit 25 m neuem Kabel zurück; ich mache eine Runde zu meinen Lieblingsläden in Kemer. Was man hier für umgerechnet 10 Eu alles kaufen kann, ist unwahrscheinlich. Kemer ist gut besucht von vielen Urlaubern und bald wird mir der Rummel zu viel. Durch Nebenstraßen fahre ich zurück zu Marina.
Auf einmal rauscht mein Sattel nach unten. Die Stange, an dem der Sattel befestigt ist, stoppt die Geschwindigkeit, Gott sei dank bin ich nicht schnell unterwegs und falle nicht auf die Nase, doch erschrocken bin ich doch. Ich schieb mein Klapprad zur Seite und setzte erstmal meinen voll gepackten Rucksack ab. Bevor ich selbst was machen kann sind 2 junge Männer zur Stelle, richten mein Fahrrad und wünschen mir gute Weiterfahrt. Zum Nachmittag geht es wieder ab in die Fluten. Die Badeplattform gehört zur Marina und ist nur Marinagāsten, also Bootfahren, zugänglich.
Das Hauptthema zwischen Deutschen und Östereichern ist heute, wann können wir los. Zum Wochenende wird einer der ersten Herbststürme erwartet. Eigentlich wollten wir am Samstag los, Richtung Marmaris. Doch auch wir haben auf der Wetterkarte schon gesehen, was da auf uns zu kommt und beschlossen erste nāchste Woche die Leinen los zu machen.

 

Heute, Donnerstag, werde ich früh wach. Ich suche das erstemal nach meinem Bettlaken. Frische kühle Luft weht mir aus meiner kleinen Fensterluke entgegen.
Es ist noch dunkel, 5.50 Uhr, da aber bekanntlich der frühe Vogel den Wurm fängt, mache ich mich an die Arbeit und beginne die Erlebnisse der letzten Tage aufzuschreiben.
Mittlerweile ist es 7.15 Uhr, Fred hat auch die Augen auf und einem frischen, duftendem Kaffe steht nichts mehr im Wege.

 

Donnerstag, den 3.10.2018

 

Wir sind immer noch in der Marina. Letzte Woche Mittwoch hat Fred unsere leere Gasflasche abgegeben, die sollte Freitag neu gefüllt sein. Freitag hiess es Montag oder Dienstag und Montag hiess es dann Mittwoch. Fred hatte die 2. Flasche zu einem anderen Laden gebracht, in der Hoffnung, dort würde es schneller gehen. Heute morgen haben wir die 1.Flasche gefüllt zurück bekommen, die 2. kommt erst zwischen 17 und 18 Uhr.Um 19 Uhr ist es stockdunkel, also bleiben wir noch eine Nacht hier und faulenzen....

Von dem schweren Unwetter, welches am Wochenende über die Ägäis zog, haben wir nicht allzuviel mitbekommen. Es hat zwar ordentlich geregnet und der Wind war auch nicht ohne, sodass wir unser Abendbrot am Samstag, ganz ungewöhnlich, im Schiffsinneren, zu uns genommen haben.

Am Sonntag besuchten wir Kapitän Nuri auf seinem umgebauten knapp 11 m Motor-boot. Vor 4 Jahren hatte er noch eine Flotte von 2 großen und 2 kleineren Booten; nun ist ihm nur noch eins übriggeblieben. Auch das Projekt mit dem großen Katamaran ist gescheitert.

Das letzte große habe ich im letzten Herbst noch zurück nach Kemer gesteuert. Nun zieht es gerade, wo ich diesen Bericht schreibe, mit neuer Besatzung an uns vorbei, schade!

Wenn man den ganzen Tag an Bord putzt, schrubbt, verstaut, räumt, vorbereitet, kocht u.s.w. hat man nicht unbedingt das Gefühl Urlauber zu sein, doch am Dienstag ist Klamottenmarkt in Kemer. Ich machte mich stadtfein; Fred bastelte lieber an den Fahrrädern herum. Ich schlenderte die Promenade mit den ganzen Hotels entlang

und schoss ein paar schöne Fotos.

Ich kam natürlich mal wieder mit neuen Schuhen heim, kann mich da nicht beherrschen, obwohl ich hier meistens barfuß bin, hi,hi....

Ich hoffe in meinem nächsten Bericht kann ich wieder von Wind, Wellen und dem Leben auf See berichten.

Güle, Güle.