SY Villa Achterwerk
SY Villa Achterwerk

Samstag, den 16.7.2016

Morgens: Kioni, Ithaka
Mittags: Port Spilia, Meganisi

Heute Nacht hat der Wind schon ordentlich geblasen. Ab 4 Uhr konnte ich kaum noch schlafen, auch die anderen 2 hatten eine unruhige Nacht. Jenny ist total von Mücken zerbissen, wir 2 Alten haben nicht einen einzigen Mückenbiss. Um 8.00 Uhr morgens schaute ein dicker Regenbogen über die Berge, es begann auch leicht zu regnen. Ich holte, das erstemal nach langer Zeit, unsere Regenjacken und die Rettungswesten heraus. Jenny wollte weiter schlafen. Die Holidaysailors machten sich, laut unserer Bitte, heute auch früh auf den Weg. Sie wollen nach Süden, wir nach Norden. Schon um 9.15 Uhr ging der Motor an. Als wir die Bucht von Kioni verlassen hatten konnten wir die Genua setzten und schon ging es mit bis zu 6,5 kn über das Wellental rüber zum Kanak zwischen Lefkas und Meganisi. Der Wind drehte mit und so konnten wir fast bis Porto Spilia das Segel stehen lassen. Nach 3 1/4 Stunden lagen die Muringleinen wieder fest in Porto Spilia, wo wir wohl ein paar Tage bleiben werden, denn wir erwarten viel Wind. 
Auf unserem kurzen Törn berichtete Jenny von den Attentaten in Nizza und der Türkei. Mit sehr traurigen Gefühlen dachte jeder für sich über die Geschenisse nach. Nachdem unsere Leinen fest waren gab es um 13 Uhr erstmal Frühstück.
Omelett mit schinken und Ei, frischen Kaffee e.c.t. Wir besprachen wie es weiter gehen sollte. Schauten im Internet nach den neusten News und telefonierten mit Jennys Eltern. Jenny hat sich entschlossen nicht, wir vorgesehen, ihre Freundin in der Türkei zu besuchen, die dort gerade Urlaub macht. Sie wird bis zum Ende unseres Aufenthalts bei uns an Bord bleiben und am selben Tag zurück fliegen wie wir.
Auch wir müssen traurig eingestehen, das wir das Ziel unserer Reise, die Türkei, für dieses Jahr in den Hintergrund stellen. Gerne hätten wir, wie in den letzten 20 Jahren, die Gastfreundschaft dieses Landes genossen und viele liebgewonnene Menschen, längere Zeit um uns gehabt. Die Sicherheit ist uns doch wichtiger und wir möchten nicht zum falschen Moment am falschen Ort sein.

Jenny hat Hunger ??

Freitag, den 15.72016

Morgens: Porto Spilia / Meganisi
Abends: Kioni / Ithaka

Der Motor läuft wieder wie am Schnürchen. In 4 Stunden waren wir von Porto Spila auf der Insel des Odysseus, Ithaka gelandet. Als wir den Kanal zwischen Meganisi und Lefkas, wieder mit Wind gegenan, durchfahren hatten, konnten wir die Genua dazu ziehen. Mit bis zu 6 kn steuert Jenny, das weitgezogene Wellental zwischen der Südspitze Lefkas und den Inseln Ithaka und Kefallonia im Hintergrund. Der wunderschöne Hafen war proppevoll. Da unsere Villa ein recht kleines Boot ist, fanden wir noch eine Lücke. Schon eine 1/2 Stunde später hatten uns die Flotillenboote von Sailing holidays, total zugeparkt.

Morgen um 11 Uhr kommt die erste Fähre, dann müssen die Charterboote alle verschwunden sein und auch wir müssen nach Porto Spilia zurück. Ab Sonntag erwarten wir für 2 Tage viel Wind, dann liegen wir in Spilia, an der Muringleine genau richtig, denn Jennifer muss am Montag mittag ihre Fähre nach Nidri, dann den Bus nach Lefkas bekommen. Dann geht es mit dem Überlandbus zum Athener Flughafen.

Donnerstag, den 14.7.2016

 

Porto Spilia / Meganisi

Uschi, Uschi, Ochi, Ochi, wir 3 hatten doch ein Schraube locker.  Heute, am Donnerstag nachmittag blödeln wir ein bisschen rum. Seid 13.00 Uhr läuft der Motor wieder. Eine Schraube der Treibstoffpumpe hatte sich gelöst und dadurch hatte sich Luft in die Dieselleitung gesogen und unseren lieben und immer einsatzbereiten Maschinisten in Ruheposition beordert. Zwei Tage lang war Fred auf der Suche nach dem Fehler. Wer die Enge in einem 34 Fuss Schiff kennt, weiss was das heisst. Alles musste irgendwie umgeräumt werden. Nur um unsere Schlafplätze haben wir gekämpft. Sonst hatten wir hier in Porto Spilia, unserem Lieblingsplätzchen, ein nicht so arges Leben. Uns fehlte es an Nichts. 

Wir sprangen, wann immer wir wollten, in das herrlich blaue Wasser. Schütteten literweise, Karkadeh            ( ägyptischen Hibiscustee ) in uns hinein. Schliefen lange, weil es Abends zu heiss ist, um früh schlafen zu gehen. Holten uns dann ein frisches knuspriges Brot aus der Taverne, hatten Strom, somit den grossen Kühlschrank immer an. Lasen alle 3 Bücher, nur die Uschi ging heute, bei grosser Hitze, am anderen Ufer der Bucht in einem Supermarkt einkaufen. 

Unser Speiseplan heute:
- Vorspeise: Olivenöl aus Messolonghi mit frischem Brot und selbstgemachtem Tzasiki.
- Hauptspeise: Griechische Reisnudeln mit frischem Speck, roten, gelben und orangen Paprikastreifen.
- Dessert: Griespudding mit geeisten Pflaumen.

Dazu nach belieben:
Retsina, Rose, Mythosbier, O-saft, Karkardeh oder natürlich eiskaltes, herrlich erfrischendes griechisches Wasser.

YAMMAS
Und natürlich: Ich trink OUZO, was machts Du so ???

Dienstag, den 12.7.2016

 

Heute morgen nehmen wir die Linkskurve Richtung Sivota / Lefkas; es ist eine Menge los auf dem Wasser. Doch leider haben wir im Kanal zwischen Lefkas und Meganission den Wind dirket von vorn, also wird nichts mit Segeln. Wir bestaunen die schöne Natur auf beiden Seiten und müssen nur auf ein paar kreuzende Segler aufpassen. Als wir das südliche Kap des Kanals umrundet haben, sehen wir schon die fjordähnliche Einfahrt nach Syvota. In der Höhe der Bucht von Poros fängt unser Motor an zu stottern und " aus die Maus ". Er sagt und tut keinen Mucks mehr. Schnell die Segel nach oben und überlegen, was für einen Wind haben wir die nächsten Stunden und wo können wir am besten ohne Motor festmachen. Da wir im Kanal die ganze Zeit Gegenwind hatten beschliessen wir zurück nach Spilia zu gehen. Dort können wir auch vor der Taverne ankern und haben die Möglichkeit, falls wir ein Ersatzteil brauchen, mit der Fähre nach Nidri zu kommen. Durch den Kanal machen wir mit voller Beseglung gute Fahrt. Doch als wir östlich abbiegen kehrt die Mittagsflaute ein. Wir dümpeln auf dem Wasser. Wir bitten, ein vorbei fahrendes Motorboot uns die ca. 1 sm nach Porto Spilia zu schleppen. Doch der Motorbootfahrer ruft erst seinen Vercharterer an und der meinte wir sollten einen PAN PAN ausrufen. Also versuchen wir weiter Schlepphilfe für ca. 2 km zu bekommen. Es ist nun um die Mittagszeit und recht voll auf dem Wasser. Das nächste Segelboot -auch nur unter Motor da kein Wind-  fährt verwundert an uns vorbeit und dreht sogar nochmal. Fred hatte schon mal eine Schleppleine vorbereitet, doch das Boot fährt nochmal an uns vorbei und schwupp, sind sie weg. War wohl in der Hitze zu viel Arbeit eine Leine anzunehmen. Nun kommt ein dunkelblaues, grösseres Segelboot auf uns zu. Ich schwenke meine Arme und werde auch gesehen. Fred bittet  in englisch um Schlepphilfe, da sehe ich achtern die grosse holländische Flagge " Het kan nu ook in Nederlands " . Freundliche wird die Schleppleine angenommen und schon 20 Minuten später haben wir die Mooringleine in Porto Spilia übernommen. Einem Hitzeschlag nahe springen wir 3 erstmal ins kühle Nass. Anschliessend schauen wir mit den Taucherbrillen unter das Schiff. Unsere Vermutung, wir hätten uns etwas in den Propeller gezogen, bestätigte sich nicht. Vielleicht ist der Filter dicht? Fred hat erst vor ca. 3 Monaten eine neuen Filter eingebaut. Wir haben auch noch Ersatz an Bord. Wir bereiten für morgen früh alles für den Einbau vor, dann ist es nicht so heiss und wir liegen noch im Schatten. In der Taverne erholen wir uns von diesem Tag mit frisch gegrillten Sardinen, griechischem Salat, Tzaziki, gebackenen Zuccini und leckerem Weisswein.
Kali nichta !

Montag, den 11.7.2016

 

Hier, in Porto Spilia,

ist ein kleines Paradies. Wir können direkt vom Boot ins Wasser springen. Wasserratte Jenny ist kaum ausserhalb des kühlen Nasses zu finden. Heute, am Montag beschliessen wir mit der Fähre nach Nidri / Lefkas zu fahren und dann mit dem Bus nach Lefkas Stadt. Nächste Woche will Jenny den Bus von Lefkas nach Athen zum Flughafen nehmen und wir wollen schon mal das Ticket besorgen. Der Bus verfügt über Aircondition; in Lefkas Stadt erwartet uns die grosse Mittagshitze. Mit viel Laufen ist da nichts. Wir schauen uns im Hafen um und lassen uns beim Dalton - Grill einen Hähnchendöner schmecken. Auf dem Rückweg freuen wir uns schon auf ein erfrischendes Bad im blauen Meer. Gemütlich verbringen wir den Abend mit lesen, Musik hören und ab und zu ins Wasser springen. 

Samstag, den 9.7.2016

 

Morgens: Ormos Echinades, Echinadische Inseln

Abends: Kalamos

 

Freitag, um 11.30 Uhr ging es endlich los. Natürlich mit Verspätung. Das Fussballspiel hat uns lange wach gehalten. Fred musste Freitag morgen noch einen Ölwechsel bei unserem Bootsdiesel vornehmen, dann funktionierte die elek. Ankerwinsch nicht. Also alle Betten aus dem Vorschiff holen, denn darunter befindet sich die Batterie für die Ankerwinsch. Ein Kabel war los und so wurde es fast Mittag bis wir endlich Kurs auf den Golf von Patras setzen konnten. Auf dem Wasser war die Hitze erträglicher und wir hatten sogar den richtigen Wind. Um 17.30 erreichten wir den -wie ein grosser Binnensee wirkende- Ormos Echinades. Die Echinanden Inseln liegen vor dem Griechischen Festland. Auf 5 m Wassertiefe fiel der Anker, Jenny und ich stürzten uns direkt in die Fluten. Der Wind machte noch bis 1.00 Uhr nachts durch, dann ging ihm die Puste aus. Ich überliess unserer Ankerwache auf dem I-pad die Regie und ging dann auch schlafen.

Heute Morgen, 7.30 Uhr, Jenny und Fred schliefen noch, begann ich den neuen Tag, so wie ich es am liebsten tue, wenn wir vor Anker liegen. Ich drehte meine 3 Runden durchs erfrischende Nass, um unsere Villa. Nur 4 andere Segelboote lagen mit uns in diesem grossen Binnensee. Ich hörte das Bimmeln der Ziegenglöckchen von den umliegenden Inseln, 2 Fischerboote zogen ihre Kreise, die Sonne war schon da, was für ein Beginn des neuen Tages. Um 12.30 Uhr verliessen wir unsere schöne Badewanne und legten Kurs 310 Grad an, später  340 Grad um nach Kalamos zu kommen. Der Wind kam aus 270 Grad, dass Segeln war ein Hochgenuss, wir machten bis 6 kn, Fred hatte keine Chance ans Rad zu kommen. Um 17.15 Uhr, nahm Georgios in Kalamos unsere Achterleinen an. Mit Hilfe unseres neuen Leichtmatrosen klappte alles wunderbar. Ich war gerade dabei am Kartentisch meine letzten Eintragungen ins Logbuch zu machen, da hörte ich einen fürchterlichen Schrei. Eine gerade einlaufende französische Yacht hatte -bei zu viel Seitenwind- Schwierigkeiten beim einlaufen. Der Skipper hatte sich die Finger eingeklemmt. Als sie festgemacht hatten, reichte ich ihm ein Kühlpad rüber, welches ich immer für solche Notfälle bereit halte. Unser Schweitzer Nachbar meinte, dass ich sehr grosszügig mit dem Franzosen umginge; sie hätten uns ja schliesslich aus der EM gekickt. Ich habe eben ein ausgeprägtes Helfersyndrom. Ein herrliches Abendessen, Jenny machte Tortilla, ich Tschopska brachte den Tag in die Abenstunden. Nun sitzen wir bei Eistee und Mythosbier in einer gemütlichen Kneipe auf der Insel Kalamos bei Raggaemusi und lassen den schönen Tag ausklingen.

Yamma

Donnerstag, den 7.7.2016

Marina Messolonghi
Seid Montag, 15.00 Uhr sind wir zurück auf der Villa Achterwerk. Der Bustransport hat wieder prima geklappt. Bei der Ankunft im Hafen hatten wir 40 Grad in unserem  Boot. Das war wirklich ein bisschen zu viel. Alle Fenster auf und erstmal in die Sunset-Bar. Wir haben prima ausgeschlafen und früh morgens ging es wieder ans Werk. Um 11 Uhr saß unsere Grossnichte Jenny im Flieger von Düsseldorf nach Athen. Sie will 14 Tage mit uns zusammen die ionische Inselwelt entdecken. In Athen war die Hölle los, es ist nun wirklich Urlaubszeit und an den Busstadionen heisst es nun Schlange stehn. Wir waren, dank Whats app, den ganzen Tag mit einander verbunden und konnten mein Patenkind um 23.15 Uhr endlich in Empfang nehmen. Die Hitze am Tag macht uns ordentlich zu schaffen. Zwischen 13.00 und 18.00 Uhr passiert hier nichts. Nur duschen oder einfach ein bisschen Wind aufsuchen. Doch am Abend freuen wir uns auf das Fussballspiel und ein kühles Bier.
Heute waren Jenny und ich mit dem Fahrrad unterwegs. Wir wollten endlich ins kühle Nass. Nach einer 1/2 Std., mit herrlichem Wind über den Deich der Lagune, stürzten wir uns ins kühle Nass. Was war das herrlich!! Wir waren auch im Juli hier die einzigen Touris; die Kinder schauten uns merkwürdig an weil wir so komisch sprachen. Eine Mittagspause in der Fischtaverne, wo uns ein herrlicher Nordwind begrüsste, machten unseren Ausflug komplett. Nun sitzen wir mit einem Big Beer im Sunset. Jenny und ich haben die Nationalhymne mitgesungen. Wir werden es wohl doch schaffen ! .?

Druckversion | Sitemap
© Ursula Alewijnse