SY Villa Achterwerk
SY Villa Achterwerk

Donnerstag, den 3.5.2018

Marina Kemer

Seit Sonntag -am späten- Abend sind wir zurück auf unserer Villa. Wir hatten einen angenehmen Flug. Schon nach einer 1/4 Stunden hatten wir unsere 2 Gepäckstücke und Ina nahm uns in Empfang. Um 21.30 Uhr saßen wir bei Shakespeare und gönnten uns ein leckers Abendessen. Voll zufrieden ließen wir uns in den Schlaf schaukeln.
Wir waren Zuhause.

 

Montag, am frühen Morgen begrüßte uns die Sonne. 2 Stunden später sah es an Bord aus wie auf einem Schlachtfeld. Es dauert doch immer bis alles seinen Platz gefunden hat. Ina und Joe bringen uns noch frische, zuckersüße Erdbeeren vorbei, die nach dem Besuch unseres Piderestaurants, wunderbar schmecken.
Außerdem haben wir einen Zahlendreher an Bord. Ich telefoniere mit meiner Mutter. In Deutschland haben wir 13 Grad, hier in der Mittagszeit 31 Grad. 

Am Dienstag, den 1. Mai , ist auch hier Tag der Arbeit. Fred bleibt an Bord und arbeitet auch. Ich werde um 10 Uhr von Ina abgeholt. Wir fahren mit ihren Nachbarn hoch auf die wunderschönen Wiesen unterhalb des Thatale. Viele Arten von Schmetterlingen schwirren um unsere Nasen. Herrliche alte Holzhütten laden zum verweilen ein. Wir wollen Ramazan überzeugen das wir hier ein Rasthaus für Wanderer einrichten sollten, doch hier gibt es leider kein Wasser.

 

Zurück in der Marina kann ich Fred überzeugen das heute Feiertag ist. Ich packe meine Schwimmsachen und wir gehen zum Mondscheinstrand, nur 3 Minuten entfernt. Goennen uns eine Kleinigkeit zu essen und genießen den herrlichen Wind.
Dann stürze ich mich das erstmal in diesem Jahr in die Fluten, 23 Grad Wassertemperatur. Wir haben auch unseren tuerkischen Freund Nuri mit seinem Boot in der Bucht gesichtet. Nach whatsup Kontakt will er uns am Ufer abholen, doch wir besuchen ihn lieber als er mit dem Boot, welches ich im Oktober stolz gesteuert habe,  zurück im Hafen ist. Natürlich muessen wir auch noch Sevda, seiner Frau, Hallo, sagen und so ist es dunkel bevor wir zurück an Bord sind.

 

Mittwoch sind wir den ganzen Tag an Bord beschäftigt. Fred kuemmert sich nochmal um die Fensterrahmen, die immer noch nicht ganz dicht sind. Ich tausche Winter- gegen Sommersachen und abends sind wir platt.

 

Heute bringe ich ein paar Winterkleider, die wir nicht mehr brauchen, in die Kleiderbox der Stadt. Dann mache ich mich auf die neue Hafenstraße zu besuchen.
Alles ist nun einheitlich grau. Kemer gehört nun zu Antalya, leider ist der Flair der einzelnen Haendler verloren gegangen. Da ich  mit Tueten aus dem Supermarkt ueber die Straße laufe, werde ich nicht mehr angesprochen etwas zu kaufen. Ich glaube viele Haendler kennen mittlerweile mein Gesicht  und zaehlen mich nicht mehr zu normalen Touristen und das ist auch gut so. Joe hat uns einen sehr leckeren Weisswein , SOLE, ist sein Name, zum probieren gegeben, der schmeckt, schön gekuehlt so lecker, dass er nun leider fast leer ist aber es gibt sicher noch Nachschub. Heute gab es leckere Haehnchenspiesse, frisches Brot und Salat und Tomaten die noch nach Tomaten schmecken !! 

 Willkommen im Paradies!

Guts Naechtle, 

der Wein ist alle !

Mittwoch, den 9.5.2018

Kemer Marina

 

Wir werden nicht, wie geplant morgen in See stechen. Das Wetter ist z.Zt. sehr unbeständig und immer zum Abend scheinen wir uns in einem Hexenkessel zu befinden. Es wird windig, beginnt zu donnern, blitzen und zu regnen. Manchmal grollt es auch nur fuerchterlich von den Bergen herunter. Wir haben natürlich keine Lust zu Zweit dann irgendwo nachts Ankerwache zu schieben, also bleiben wir auf unserem gemütlichen Marinaplatz und beobachten die Wettervorhersage.

Letzten Freitag machten wir mit Joe eine Wanderung in Kudzdere welches seit einigen Jahren von Kemer eingemeindet wurde. Schon von weitem sieht man das schwarze Lavagestein, hervorragend sind 2 kegelartige Gesteinmassen, die Karatas, sie stehen genau in einem Flusslauf. Natürlich ist die Natur hier in herrlichen Farben der Bluetenpracht und im Gruen der vielfältigen Baeume zu finden.

Es ist nun um die Mittagszeit um die 30 Grad. Nach einer kleinen Rast im Schatten ziehen wir weiter und hoeren Joes Berichten gespannt zu, z..B. als wir hier am einzigen noch vorhandenen griechischen Haus, in der Gegend , vorbeigehen. 

Doch da hört wohl noch jemand gespannt zu.

Anschliessend geht es nach Phaselis zum Schwimmen. Zurück im Hafen gibt es noch ein leckeres Vollkornbrot welches Ina aus Antalya mitgebracht hat.

Samstag hab ich mit allerlei Naeharbeiten zu tun und haenge die Gardinen auf, mittags haben wir doch um die 30 Grad im Boot. Fred holt mit unserem kleinen Klapprad die schwere, neu gewartete Rettungsinsel ab, das ist Schwerstarbeit.

Am Sonntag beschliesse ich das wirklich Sonntag oder 1 Tag Holiday ist. Mittags packe ich meine Badesachen, einen Krimi, der sich auf Sizilien abspielt und 50 TL für einen kuehlen Drink. Nach einer ausführlichen Schwimmtour bestelle ich einen Eiskaffee und frage nach ob dort auch Vanilleeis drin ist, ich bekomme ein Becher mit Schoko- und Vanilleeis, dazu einen Eiskaffee. Schmecken tut natürlich beides. Wir essen abends an Bord, doch den Sundowner geniessen wir am Moonlightstrand.

Am Montag ist  Gemuese und Fischmarkt in Kemer. Leckere Aprikosen, das Kilo 1 Eu, 2 Doraden und ganz viel buntes Gemuese fahre ich auf Nebenstraßen mit meinem kleine Rad zurueck zum Hafen. Abends riecht es echt lecker und brav Sitz Jerry, Tom haben wir ja in Messolonghi gelassen, vor unserer Gangway und wartet geduldig ob was für ihn abfaellt. Er teilt sich die Fischreste dann auch mit einem Kumpel.

Dienstag ist Klamottenmarkt. Ich habe einen Großauftrag. Im März war der Markt geschlossen und meine Freundin konnte leider nichts selbst aussuchen. Jetzt habe ich die Qual der Wahl zwischen ca. 300 verschiedene Modellen ein paar auszusuchen. Für mich gibt es noch ein Lederrucksack wo mein i-Pad reinpasst. Der Markt ist elendig lang, hört irgendwie gar nicht mehr auf. Dann schau ich in ein lachendes Gesicht eines älteren Tuerken, der schon seit vielen Jahren aus Holz Kochlöffel und Spielzeug herstellt. Ich hab immer ein schlechtes Gewissen aber meine Holzlöffel aus Spanien tuns ja immer noch. Er erkennt auch mich wieder und winkt mir zu. Ich lache zurück und will eigentlich weiter, da greift er in die Kiste mit den Anhängern mit den blauen Augen, die vor allem Boesem schuetzen sollen. Also hole ich mir den Gluecksbringer ab. Er bringt mir den Anstecker an, erzaehlt dabei ganz viel, weis leider nicht was und dann...... nimmt er meinen Kopf in bei Haende und gibt mir rechts und links einen Kuss auf die Wange. Ich glaub ich bin etwas verdaddert, sag artig, Tesekkuer, was danke heisst und kauf mir im naechsten Supermarkt erstmal ein Eis zum abkühlen.

Soviel Herzlichkeit wie hier in der Tuerkei, gibt es wohl kaum. Unsere beiden Nachbarn im Hafen sind Aerzte. Der eine sogar in Duesseldorf gross geworden.

Beide verbringen ihre Mitagspausen und Wochenenden hier im Hafen. Immer werden wir gefragt ob es uns und unserem Boot gut geht, ob wir irgendetwas brauchen. Da sie fuer uns medizinisch nichts tun koennen verwoehnen sie uns. Gestern bekamen wir von dem einen Doc eine große Tuete mit Fisch und frischem Gemuese, von ihm stammen auch die Zitronen im Maerz, die ich zu Limoncello verarbeitet habe.

Heute bekomme ich vom " Duesseldorfer Doc" ein Glas eingemachte Orangen.

ja, wir werden hier ganz schön verwöhnt!

Heute haben wir das neue Transitlog fuer unsere Villa bekommen und den Liegeplatz fuer ein weiteres Jahr abgesprochen. Das Wetter hat sich nun auch beruhigt und wir können morgen wohl endlich ablegen. ( bevor Fred noch mehr Bücher liesst )

Tschüss,

bis zum nächsten mal ⛵️

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© Ursula Alewijnse